Mein Bedarf

Die Suche nach passenden Fortbildungsveranstaltungen gestaltet sich häufig schwierig. Es fehlt einfach das passende Angebot. Doch manchmal wissen wir auch überhaupt nicht, wo wir eigentlich ansetzen sollen, welche Fortbildungen wir eigentlich wirklich brauchen. Auf dieser Seite sollen Möglichkeiten, den eigenen Fortbildungsbedarf kennenzulernen, erläutert werden.

Es beginnt alles mit einer Bedarfsanalyse…


Ein möglicher Weg

Sicher hat der eine oder die andere eine ganz genaue Vorstellung, was er sucht oder zu ihr passt. In diesem Fall kann eine gezielte Recherche unter den Kursangeboten der ALP oder anderer Anbieter sowie bei den Selbstlernmöglichkeiten weiterhelfen. Oder man kommt beim Stöbern in den Tools und den Inspirationen auf neue Ideen.

Was aber, wenn diese Vorstellung fehlt und noch nicht klar ist, was eigentlich gesucht wird? Was wirklich zu einer persönlichen Weiterentwicklung beitragen könnte? In diesem Fall kann es hilfreich sein, erstmal einen Überblick über die eigenen Kompetenzen zu gewinnen. Zu diesem Zweck gibt es einige „Werkzeuge“, die im Einzelfall helfen können, den eigenen Stand zu verorten.

Der DigCompEdu Bayern – ein Rahmen für digitale Kompetenzen

Aus der Info des KM: Der DigCompEdu Bavaria (hier als PDF) versteht sich als allgemeiner Bezugs- und Kompetenzrahmen für alle Phasen der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften. Er richtet sich an Lehramtsstudierende, Berufseinsteigerinnen und -einsteiger wie auch an erfahrene Lehrkräfte und Führungspersonen. Er basiert auf dem „Europäischen Rahmen für die Digitale Kompetenz von Lehrenden“ (DigCompEdu), der mit Blick auf die bayerischen Gegebenheiten des bayerischen Schulwesens weiterentwickelt und an den Kompetenzrahmen zur Medienbildung an bayerischen Schulen angepasst wurde.

Klicken auf das Bild für volle Größe

Der Kompetenzrahmen verfolgt mehrere Ziele:

  • Reflektieren, erwerben und vertiefen eigener digitaler und medienbezogener Lehrkompetenzen
  • Weiterentwickeln des digital gestützten Unterrichtens und  der schulischen (Zusammen-)Arbeit
  • Orientierung geben für Schulleitungen sowie die lokale, regionale und zentrale Bildungsadministration

Der Kompetenzrahmen gliedert verschiedenste digitale Kompetenzen:

  • Insgesamt 6 Bereiche (die farbigen Rauten) werden durch jeweils 3-5 Teilkompetenzen konkretisiert.
  • Jede dieser insgesamt 22 Teilkompetenzen kann sich auf einer eigenen Kompetenzstufe befinden.

Beispiel von Formulierungen für eine (hypothetische) Lehrkraft, die sich aus dem DigCompEdu Bavaria (PDF) herauslesen lassen:

Kompetenz 3.1 Lehren
auf Stufe III

Die Lehrkraft organisiert und gestaltet den Einsatz digitaler Geräte (z. B. Unterrichtstechnologien, Geräte der Lernenden) sach- und situationsgerecht in ihrem Lehr- und Lernprozess.
Sie gestaltet den Einsatz verfügbarer digitaler Inhalte zielgerichtet, z. B. Erklärvideos oder interaktive Lernaktivitäten.

Kompetenz 1.2 Kollegiale Zusammenarbeit
auf Stufe II

Die Lehrkraft nutzt digitale Medien, um mit Kolleginnen und Kollegen an ihrer Schule zusammenzuarbeiten, z. B. an einem
bestimmten Projekt, oder um Inhalte, Wissen oder Meinungen auszutauschen.

Die Lehrkraft kann sich auf Basis dieser Bestandsaufnahme nun z.B. entscheiden, zunächst die Möglichkeiten im Bereich der kollegialen Zusammenarbeit auszubauen. Dafür schlägt der Kompetenzrahmen auf der nächsten Stufe vor:

„Ich nutze Online-Communitys, um neue pädagogische Ressourcen oder Methoden zu entdecken und neue Ideen zu bekommen. Ich nutze digitale Medien zum Teilen von Materialien, Werkzeugen und zum Austausch von Wissen und Meinungen mit Kolleginnen und Kollegen in und außerhalb meiner Schule.“

DigCompEdu Bavaria

Nun kann die Lehrkraft auf die Suche nach passenden Fortbildungen, z.B. zum Thema „Online-Communities für Lehrkräfte“ gehen. Und stößt dabei vielleicht auf eine der Fortbildungen zum Thema „Nutzen des Twitter-Lehrerzimmers“ oder „TeachShare-Kurse in mebis“ oder was auch immer.

Und fertig ist der erste Schritt zur nächsten Kompetenzstufe…

Eine Anmerkung: Der Kompetenzrahmen mag auf den ersten Blick etwas willkürlich oder gar beliebig wirken. Hinter ihm steckt aber, wie bereits beschrieben, ein umfangreiches, wissenschaftlich fundiertes und auf europäischer Ebene anerkanntes Kompetenzkonzept.

SELFIEforTEACHERS – eine Möglichkeit zur Ermittlung des eigenen Kompetenzprofils

SELFIEforTEACHERS ist ein Online-Tool zur Unterstützung von Lehrern der Primar- und Sekundarstufe bei der Entwicklung ihrer digitalen Kompetenz und der Nutzung digitaler Technologien in ihrer beruflichen Praxis. Durch einen Selbstreflexionsprozess können die Lehrenden mehr über ihre digitale Kompetenz und ihre Stärken und Lücken erfahren, um weitere Fortschritte zu machen.

Für den Zugriff auf das Tool ist ein EU Login-Konto erforderlich, das allerdings in 5 Minuten selbst eingerichtet werden kann.

Der Kompetenz-Selbsttest SELFIEforTEACHERS

Und das beste: Die ausgegebenen Ergebnisse entsprechen dem DigCompEdu-Kompetenzrahmen. Danach habt ihr also euer eigenes Kompetenzprofil erstellt und könnt loslegen.

Beispiel eines (fiktiven) Kompetenzprofils

Im Anschluss an die Selbstreflexion lassen sich sämtliche Bereiche nochmals genauer untersuchen – inklusive Anregungen für die nächsten Schritte bei der Kompetenzerweiterung.

Beispiel für einen Aspekt im persönlichen Ergebnisbericht.

Die Punkte im persönlichen Kompetenzprofil finden sich auch im DigCompEdu Bavaria wieder. Dort sind sie vielleicht einmal etwas anders benannt, die Nummerierung stimmt aber in beiden Darstellungen überein.